Montag, den 03. Mai 2010 um 08:24 Uhr

Der Audio Verlag
Lesung, 6 CDs, 483 Min.
ISBN: 978-3-89813-949-6
24,99 €
Ein kurzer Einblick
Lestat de Liancourt ist schön wie ein gefallener Engel, doch wenn er lacht, bersten die Spiegel, und sein Lebenselixier ist – Blut. Als Dandy unter den Vampiren kostet Lestat seine Macht in vollen Zügen aus, amüsiert sich, verführt, tötet. Und anders als die anderen Vampire unterwirft er sich dabei keinem Gesetz und keinem Verbot des uralten Ordens. Doch als Lestat auch das größte Tabu bricht und das Geheimnis seiner Entstehung verrät, zieht er den Zorn der ältesten Fürsten der Finsternis auf sich.
Ein Klassiker unter den Vampir-Romanen – unheimlich gut gelesen von David Nathan.
Unsere Bewertung
Wenn man Lestat von „Interview mit einem Vampir“ her kennt, bricht man wohl zunächst in ohrenbetäubendes Lachen aus, sowie man erfährt, dass er nun zum Rockstar geworden ist. Das ist dann auch nicht symbolisch gemeint, Lestat ist ein Vampir – und Rockstar. Seine öffentlichen Auftritte, bei denen er auch angibt, ein Vampir zu sein, sind der Grund dafür, dass viele Vampire ihm nach dem Leben trachten.
In „Der Fürst der Finsternis“ schildert Lestat seine Lebensgeschichte: Wie er als junger Sterblicher im Frankreich des 18. Jahrhunderts lebte und wie er zum Vampir wurde. Von seinen Reisen um die Welt, von Louis, seinem unsterblichen Geliebten, der seine eigene Geschichte in „Interview mit einem Vampir“ einem Reporter erzählte. Dieser Roman, der zweite Band der „Chronik der Vampire“, ist noch einer der besten, denn mit der Zeit stürzt das Niveau leider immer mehr ab. Lange vor Stephenie Meyer und der Chic-Lit-Vampir-Welle zeichnete Anne Rice einen neuen Typ von Vampir, der hocherotisch und anziehend ist – ganz ohne Teeniehype. Die Charaktere sind dann auch diejenigen, die die Geschichte tragen. Besonders Lestat natürlich mit seiner unglaublichen Präsenz, auch über seine eigene Darstellung hinaus, doch auch seine Begleiter durch die Jahrhunderte sind ganz individuelle Gestalten, mit eigener Geschichte.
Wenn man die Bücher bereits gelesen hat – so wie ich – kann das Hörbuch kein Ersatz sein, aber es ist eine nette „Auffrischung“ der Geschichte. Der Sprecher David Nathan hat zwar eine angenehme Stimme und man hört ihm gerne zu, doch so hundertprozentig passt er trotzdem nicht zu Lestat, denn man hat die Synchronstimme von Tom Cruise (der übrigens auch auf dem Cover zu sehen ist) in der Verfilmung von „Interview mit einem Vampir“ im Ohr – vorausgesetzt natürlich, man hat den Film gesehen ...
Insgesamt ist „Der Fürst der Finsternis“ ein solides Hörbuch, dem jedoch leider das gewisse Etwas fehlt. Und übrigens: Lestat heißt „Lestat de Lioncourt“, nicht „de Liancourt“ - ein Fehler, der sich schon öfters irgendwo eingeschummelt hat ...
3 von 5 Punkten



Wir danken dem Audio Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.



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